§ 41 Stufen der Entwicklung von Moral und Recht

Lite­ra­tur: Lutz H. Eckens­ber­ger, Das »Rechts­ge­fühl« aus ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve, JbRSoz 10, 1985, 71–107; ders./Hei­ko Breit, Recht und Moral im Kon­text von Kohl­bergs Theo­rie der Ent­wick­lung mora­li­scher Urtei­le und ihrer hand­lungs­theo­re­ti­schen Rekon­struk­ti­on, in: Ernst-Joa­chim Lam­pe (Hg.), Zur Ent­wick­lung von Rechts­be­wußt­sein, 1997, 253–340; Det­lef Garz, Sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche Ent­wick­lungs­theo­ri­en. Von Mead, Pia­get und Kohl­berg bis zur Gegen­wart, 3. Aufl. 2006; Carol Gil­ligan, In ande­rer Stim­me, 1982; Kar­stedt-Hen­ke, Die Stüt­zung von straf­recht­li­chen Nor­men und Sank­tio­nen durch das Rechts­ge­fühl. Ein kogni­ti­ons­zen­trier­ter Ansatz, JbRSoz 10, 1985, 210–239; Law­rence Kohl­berg, Deve­lop­ment of Moral Cha­rac­ter and Moral Ideo­lo­gy, in: Lois W. Hoff­mann u. a. (Hg.), Review of Child Deve­lop­ment Rese­arch, Bd. I, 1964, 383–431; ders., The Child as Moral Phi­lo­so­pher, Psy­cho­lo­gy Today 2, 1968, 24–31, ders., Zur kogni­ti­ven Ent­wick­lung des Kin­des, 1974; ders., Eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on der Zusam­men­hän­ge zwi­schen der Moral­ent­wick­lung in der Kind­heit und im Erwach­se­nen­al­ter, in: Rai­ner Döbert u. a. (Hg.), Ent­wick­lung des Ichs, 1977, 225 ff.; ders., Die Psy­cho­lo­gie der Moral­ent­wick­lung, 1996; Jean Pia­get, Das mora­li­sche Urteil beim Kin­de, 1954 [1932]; Rose­ma­rie Pohl­mann, Recht und Moral — kom­pe­tenz­theo­re­tisch betrach­tet, ARSP Bei­heft NF 13, 1980, 223–242; June L. Tapp, A Child’s Gar­den of Law and Order, Psy­cho­lo­gy Today 7, 1970, 29–31; 62 ff.; dies./Lawrence Kohl­berg, Deve­lo­ping Sen­ses of Law and Legal Jus­ti­ce, The Jour­nal of Soci­al Issu­es 27, 1971, 65 ff.; June L. Tapp /Felice J. Levi­ne, Per­sua­si­on to Vir­tue. A Preli­mi­na­ry State­ment, LSR 4, 1970, 564–582; dies., Legal, Stan­ford Law Review 27, 1974, 1–72.

I. Kohlbergs Modell der moralischen Entwicklung des Individuums

In einem merk­wür­di­gen Gegen­satz zu den dif­fu­sen Befun­den der KOL-For­schung ste­hen die sehr dif­fe­ren­zier­ten indi­vi­du­al­psy­cho­lo­gi­schen Aus­sa­gen des Modells der mora­li­schen Ent­wick­lung des Kin­des von Pia­get und Kohl­berg[1].

Psy­cho­lo­gen ver­glei­chen gele­gent­lich die Ent­wick­lung des Men­schen mit der Ent­wick­lung der Mensch­heit. Der Schwei­zer Psy­cho­lo­ge Jean Pia­get hat schon 1932 eine Theo­rie ent­wi­ckelt, nach der sich die kogni­ti­ve und mora­li­sche Ent­wick­lung beim Kin­de in bestimm­ten Stu­fen voll­zie­hen. Er ließ sich dabei von der Vor­stel­lung lei­ten, dass der Mensch in sei­ner Kind­heit nicht nur in der kör­per­li­chen, son­dern auch in sei­ner geis­tig-mora­li­schen Ent­wick­lung wie in einem Zeit­raf­fer die Ent­wick­lung durch­läuft, die vor ihm in einem lan­gen Evo­lu­ti­ons­pro­zess die Mensch­heit durch­ge­macht hat. Heu­te ver­su­chen ver­schie­de­ne Autoren die­sen Gedan­ken umzu­keh­ren, indem sie die Stu­fen der mora­li­schen Ent­wick­lung des Kin­des als Modell für die Inter­pre­ta­ti­on der Geschich­te des mora­li­schen Den­kens und damit auch des Rechts­den­kens benut­zen (vgl. § 60, 6).

Ange­regt durch Pia­gets Unter­su­chun­gen hat der Ame­ri­ka­ner Law­rence Kohl­berg zwölf Jah­re lang eine Grup­pe von 75 Jun­gen in drei­jäh­ri­gen Inter­val­len befragt, um danach ein sehr viel genaue­res Bild der Ent­wick­lung des mora­li­schen Urteils zu zeich­nen. Er unter­schei­det drei Stu­fen, die er die prä­kon­ven­tio­nel­le, die kon­ven­tio­nel­le und die post­kon­ven­tio­nel­le Moral nennt. Jede die­ser Stu­fen wird jedoch noch ein­mal unter­teilt, so dass sich ins­ge­samt sechs Ent­wick­lungs­stu­fen erge­ben.

Auf der Ebe­ne der prä­kon­ven­tio­nel­len Moral bewe­gen sich die Kin­der etwa im Alter zwi­schen vier und zehn Jah­ren. Auf die­ser Ebe­ne wer­den die Kin­der dres­siert. Sie reagie­ren auf das, was ihnen als gutes oder schlech­tes Beneh­men vor­ge­schrie­ben wird. Aber sie ver­ste­hen die­se For­de­run­gen nur im Hin­blick auf deren äuße­re Kon­se­quen­zen: Sie las­sen sich von Stra­fe und Beloh­nung als Aus­fluß der phy­si­schen Macht der­je­ni­gen, die die Regeln guten Beneh­mens ver­tre­ten, eben­so len­ken wie von Wär­me und Käl­te, Hun­ger und Durst. Die Fähig­keit der Kin­der in die­sem Sta­di­um, sich grau­sam zu beneh­men, wenn die Macht­struk­tur um sie her­um lücken­haft ist, ist teil­wei­se als tra­gisch (»Lord of the Flies«, »High Wind in Jamai­ca«), teil­wei­se als komisch (Lucy van Pelt in »Pea­nuts«) bemerkt wor­den.

Auf der zwei­ten als kon­ven­tio­nell bezeich­ne­ten Ebe­ne ver­hält man sich kon­for­mis­tisch. Kon­ven­tio­nell ist eine Moral, die durch Tra­di­ti­on gerecht­fer­tigt ist. Man ent­spricht den Erwar­tun­gen in der eige­nen Fami­lie, Grup­pe oder Nati­on. Sol­ches Ver­hal­ten wird als in sich wert­voll ver­stan­den. Die­ses Sta­di­um erschöpft sich aller­dings nicht in blo­ßem Kon­for­mis­mus, son­dern führt wei­ter zu akti­ver Unter­stüt­zung und Recht­fer­ti­gung der gel­ten­den Nor­men. Die drit­te, post­kon­ven­tio­nel­le Ebe­ne zeich­net sich durch das Ver­trau­en in eine auto­no­me Moral aus. Sie bil­det das Sta­di­um der mora­li­schen Eman­zi­pa­ti­on von Auto­ri­tä­ten aller Art.

Inner­halb jeder Ebe­ne gibt es wie­der­um zwei Ent­wick­lungs­stu­fen. Die ers­te Stu­fe auf der prä­kon­ven­tio­nel­len Ebe­ne ist ganz beha­vio­ris­tisch geprägt. Das Ver­hal­ten ori­en­tiert sich an Beloh­nung, Stra­fe und über­le­ge­ner Macht. Allein die unmit­tel­bar phy­si­schen Kon­se­quen­zen eines Ver­hal­tens geben den Aus­schlag, nicht eine ihm bei­geleg­te wei­te­re Bedeu­tung oder ein Wert. Auch auf der zwei­ten Stu­fe bleibt die Ori­en­tie­rung naiv ego­is­tisch, wobei die Kin­der aller­dings gele­gent­lich auch dem Ego­is­mus der ande­ren Rech­nung tra­gen. Die dabei wirk­sa­me Gleich­heits­vor­stel­lung bleib aber naiv auf die Rezi­pro­zi­tät des do-ut-des beschränkt. Es geht noch nicht um die abs­trak­te Vor­stel­lung von Dank­bar­keit, Fair­ness oder gar Gerech­tig­keit.

Die drit­te Stu­fe, die auf der kon­ven­tio­nel­len Ebe­ne ein­setzt, nennt Kohl­berg good boy, good girl ori­en­ta­ti­on. Gut ist, was ande­ren gefällt und ihren Bei­fall fin­det. Ein neu­er Zug ist auch die Berück­sich­ti­gung des sub­jek­ti­ven Ele­ments bei der Beur­tei­lung von Ver­hal­ten. Ver­hal­ten wird danach beur­teilt, ob jemand es gut gemeint hat. Sym­bol­fi­gur für die­se Stu­fe ist Char­ly Brown aus den »Pea­nuts«. Die vier­te Stu­fe auf der kon­ven­tio­nel­len Ebe­ne ist die Law-and-Order-Stu­fe. Man ori­en­tiert sich immer noch an Auto­ri­tä­ten, aber nicht mehr an phy­si­schen wie Eltern und Erzie­hern, son­dern an mora­li­schen wie dem Recht oder der Reli­gi­on. Man tut sei­ne Pflicht und nimmt auch Rück­sicht auf die Erwar­tun­gen ande­rer.

Die fünf­te Stu­fe, die ers­te post­kon­ven­tio­nel­le, beruht zunächst auf der Vor­stel­lung, dass Nor­men und Erwar­tun­gen eine gewis­se will­kür­li­che Basis haben, also auf einer rela­ti­vis­ti­schen Ein­stel­lung. Dar­aus folgt eine lega­lis­ti­sche Ver­trags­ori­en­tie­rung. Es gilt, im Rah­men der ver­ein­bar­ten Spiel­re­geln die Ver­let­zung von Absich­ten und Rech­ten ande­rer zu ver­mei­den und Wil­le und Wohl der Mehr­heit zu för­dern.

Auf der sechs­ten Stu­fe schließ­lich wird das Gewis­sen zur ent­schei­den­den Instanz, das sich an abs­trak­ten, selbst­ge­wähl­ten Prin­zi­pi­en ori­en­tiert, die als uni­ver­sal und logisch kon­sis­tent vor­ge­stellt wer­den. Kohl­berg nennt die gol­de­ne Regel und den kate­go­ri­schen Impe­ra­tiv sowie die abs­trak­te Idee von Gleich­heit, Gerech­tig­keit und Men­schen­wür­de.

Tom­my wird im Alter von zehn Jah­ren gefragt: Ist es bes­ser, einen bedeu­ten­den Men­schen zu ret­ten als zehn unbe­deu­ten­de? Tom­my ant­wor­tet: »Bes­ser all die unwich­ti­gen Men­schen. Einer hat gera­de ein Haus, viel­leicht vie­le Möbel. Aber eine Men­ge Men­schen hat ganz schreck­lich vie­le Möbel. Und viel­leicht hat einer sogar viel Geld, ohne dass man es weiß.« Tom­my befin­det sich ganz klar auf Stu­fe 1. Men­schen und Sachen ste­hen für ihn auf einer Ebe­ne.

Drei Jah­re spä­ter — Tom­my ist drei­zehn- lau­tet die Fra­ge: Soll­te ein Arzt einer unheil­bar kran­ken Frau, die wegen ihrer Schmer­zen danach ver­langt, den Tod geben? Er ant­wor­tet: »Bes­ser wäre es viel­leicht, wenn sie von ihren Schmer­zen erlöst wür­de. Aber ihr Mann wür­de es nicht ertra­gen. Das ist nicht wie mit einem Tier. Wenn ein Haus­tier stirbt, damit kann man fer­tig wer­den. Das braucht man nicht. Man kann auch eine ande­re Frau hei­ra­ten. Aber das ist nicht das­sel­be.« Die­se Ant­wort bewegt sich auf Stu­fe 2. Der Wert des Lebens der Frau wird abhän­gig gese­hen teil­wei­se von ihrem eige­nen Wohl­be­fin­den — also ganz hedo­nis­tisch — zum Teil aber auch instru­men­tell in sei­nem Wert für den Ehe­mann, den man nicht so leicht wie ein Haus­tier erset­zen kann.

Noch drei Jah­re spä­ter – Tom­my ist 16 – ant­wor­tet er auf die­sel­be Fra­ge: »Für sie könn­te es das Bes­te sein. Aber ihr Mann – es ist eben ein Men­schen­le­ben, nicht ein Tier. Ein Tier hat nicht die­sel­be Bezie­hung wie ein Mensch zu sei­ner Fami­lie. Man kann auch einen Hund gern haben. Aber das ist nicht zu ver­glei­chen mit einem Men­schen.« Jetzt hat sich Tom­my von der instru­men­tel­len Betrach­tungs­wei­se gelöst. Er stellt ab auf die ein­zig­ar­ti­ge Lie­be und Zunei­gung inner­halb der Fami­lie. Aber er hat noch kei­ne Vor­stel­lung von dem Wert des Men­schen an sich. Der Wert der Frau spie­gelt sich nur in der Lie­be der ande­ren.

Die­ser Tom­my, so meint Kohl­berg, sei mit einem IQ von 120 zwar ein hel­ler Jun­ge, aber mora­lisch ein Spät­ent­wick­ler. Ein ande­rer, Richard, erreicht schon mit 13 Jah­ren fast die glei­che Stu­fe wie Tom­my mit 16. Auf die glei­che Fra­ge zur Eutha­na­sie ant­wor­tet er: »Wenn sie das ver­langt, dann ist es ihre Sache. Wenn man so schreck­li­che Schmer­zen hat, dann ist es wie bei Tie­ren, denen man den Gna­den­tod gibt.« Mit 16 ant­wor­tet Richard auf die Eutha­na­sie­fra­ge: »Ich weiß nicht. Einer­seits ist es Mord. Men­schen haben nicht das Recht, dar­über zu ent­schei­den, ob jemand leben oder ster­ben soll. Gott hat das Leben gege­ben. Es ist etwas Hei­li­ges, gewis­ser­mas­sen ein Teil Got­tes. Man zer­stört bei­na­he ein Stück von Gott, wenn man einen Men­schen tötet. In jedem Men­schen steckt ein biß­chen von Gott.« Das ist klar eine Ant­wort auf Stu­fe 4. Das Leben ist ihm nach kla­ren mora­li­schen und reli­giö­sen Vor­stel­lun­gen hei­lig. Der Wert des Lebens ist uni­ver­sell. Das gilt für alle Men­schen. Aber der Wert des Lebens kommt letzt­lich doch nicht aus sich selbst, son­dern aus der Auto­ri­tät Got­tes. Kohl­berg meint, wenn Gott Richard den Befehl gäbe zu töten, dann wür­de Richard auch fol­gen.

Was ant­wor­tet nun Richard mit 20 auf die Eutha­na­sie­fra­ge? »Es gibt mehr und mehr Ärz­te, die glau­ben, dass es Lei­den sowohl für den Betrof­fe­nen wie für die Fami­lie bedeu­tet, wenn jemand tod­krank ist. Wenn jemand durch eine Herz-Lun­gen-Maschi­ne oder künst­li­che Nie­re am Leben gehal­ten wird, dann ist es eher wie eine Pflan­ze oder wie ein Tier als wie ein Mensch. Jeder soll selbst bestim­men kön­nen. Es gibt bestimm­te Rech­te, die hat jeder Mensch. Ich bin ein Mensch und will leben, und ich den­ke, jeder ande­re auch. Man hat eine Welt, in der man Mit­tel­punkt ist, und ich den­ke, jeder ande­re fühlt eben­so.« Hier inter­pre­tiert Richard das Leben im Rah­men eines glei­chen und uni­ver­sel­len Men­schen­rechts, aber doch in einem Kon­text von Rela­ti­vi­tät. Jeder fühlt sich als Mit­tel­punkt der Welt.

Schließ­lich, als er 24 ist, sagt Richard: »Das Men­schen­le­ben steht über allen ande­ren mora­li­schen oder recht­li­chen Wer­ten. Es hat auch dann einen Wert, wenn der Trä­ger es nicht akzep­tiert. Der Wert des Indi­vi­du­ums ist ent­schei­dend, wenn Gerech­tig­keit und Lie­be die Grund­nor­men mensch­li­cher Bezie­hun­gen sein sol­len.« (nach Kohl­berg, 1968)

Kohl­berg nimmt für die­ses Ent­wick­lungs­sche­ma in Anspruch, dass es trans­kul­tu­rell in den ver­schie­dens­ten Gesell­schaf­ten Gel­tung habe. Dafür kann er auf eine Rei­he empi­ri­scher Unter­su­chun­gen ver­wei­sen. Vor allem aber behaup­tet er, dass die Ent­wick­lung kei­ne Stu­fe über­springt und nicht umkehr­bar ist. Sie kann been­det sein, bevor die letz­te Stu­fe erreicht ist. Es wird jedoch kei­ne Stu­fe aus­ge­las­sen. Ein Indi­vi­du­um, das ein­mal eine bestimm­te Stu­fe des mora­li­schen Urteils erreicht hat, fällt im Lau­fe sei­ner wei­te­ren Ent­wick­lung nicht wie­der auf frü­he­re Ent­wick­lungs­stu­fen zurück. Eine Aus­nah­me kon­ze­diert Kohl­berg nur für die Stu­fen fünf und sechs. Hier ist unge­klärt, ob die Stu­fe 5 not­wen­di­ges Durch­gangs­sta­di­um zur Stu­fe 6 ist. Die­se Stu­fen schei­nen noch nicht so gefes­tigt zu sein, dass man zwi­schen ihnen nicht hin- und her­schwan­ken könn­te.

[Die Gesell­schaft hat sich wei­ter ent­wi­ckelt. Nicht nur Phi­lo­so­phen und sozio­lo­gen, son­dern auch das Publi­kum ist bis zu einem gewis­sen Gra­de zynisch gewor­den. Auch wenn es weder Luh­mann noch mac­chia­vel­le liest noch über »sym­bo­li­sche Poli­tik« oder »per­for­ma­ti­ve Wider­sprü­che« dis­ku­tiert. Auch ganz nor­ma­le Bür­ger den­ken längst refle­xiv. Sie trau­en der Pol­tik und dem Recht zu, dass es mit ihnen auch rein tak­tisch ver­fährt. Sie fra­gen nicht mehr bloß, was Poli­ti­ker und was die Geset­ze sagen, son­dern war­um sie es wohl sagen.]

II. Das Legal Reasoning — Modell

June L. Tapp und Feli­ce J. Levi­ne haben das Modell der mora­li­schen Ent­wick­lung zu einem Modell der Ent­wick­lung des Rechts­den­kens (Legal-Rea­so­ning-Modell) wei­ter ent­wi­ckelt. Sie haben Schü­lern der Pri­mar- und Sekun­dar­stu­fe sowie Col­le­ge-Stu­den­ten in sechs Län­dern (Däne­mark, Grie­chen­land, Ita­li­en, Indi­en, Japan, USA) nach ihrer Ein­stel­lung zu den Auto­ri­täts­per­so­nen in ihrer Umge­bung und zu den durch die­se ver­mit­tel­ten Sozi­al- und Rechts­nor­men befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kin­der, Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen der ver­schie­de­nen Kul­tur­krei­se in ver­gleich­ba­rem Alter über erstaun­lich deckungs­glei­che Vor­stel­lun­gen von Ver­ant­wort­lich­keit, Gerech­tig­keit und Recht ver­fü­gen, die im Ver­lauf des Sozia­li­sa­ti­ons­pro­zes­ses weni­ger durch Stra­fe und Zwang gewon­nen als viel­mehr von Ver­trau­ens­per­so­nen wie Eltern und Erzie­hern gelernt wer­den. Auch hier ist, wie bei Pia­get und Kohl­berg, von einer prä­kon­ven­tio­nel­len, einer kon­ven­tio­nel­len und einer post­kon­ven­tio­nel­len Ein­stel­lung zum Recht die Rede. Die prä­kon­ven­tio­nel­le Ein­stel­lung zum Recht wird durch Ori­en­tie­rung an Stra­fe und Gehor­sam bestimmt. Das Recht wirkt gleich­sam natur­ge­setz­lich wie ein ein­schrän­ken­der Befehl, wird als unver­än­der­lich emp­fun­den und hat kei­nen über sich hin­aus­wei­sen­den sozia­len Zweck. Die kon­ven­tio­nel­le Ein­stel­lung zum Recht ist die Law- and Order-Hal­tung. Sie akzep­tiert und unter­stützt das bestehen­de Recht in der Vor­stel­lung, dass die­ses Recht vor Cha­os schützt und das indi­vi­du­el­le und das gemein­sa­me Wohl unter­stützt. Nur in Not­stands­si­tua­tio­nen, etwa zur Lebens­ret­tung, darf das Recht über­tre­ten wer­den. Erst die post­kon­ven­tio­nel­le Ein­stel­lung unter­schei­det zwi­schen Recht und mora­li­schen Prin­zi­pi­en. Sie schreibt dem Recht sozia­le Auf­ga­ben wie Her­stel­lung von Gleich­heit und Gerech­tig­keit und Abbau von Not und Unrecht vor. Das Recht wird ver­trags­theo­re­tisch ver­stan­den als Mit­tel zu sozia­ler Ver­än­de­rung. Unmo­ra­li­sches Recht braucht nicht befolgt zu wer­den.

Die Rezep­ti­on die­ses Modells für die Rechts­so­zio­lo­gie hat erst begon­nen. Noch läßt sich nicht ein­mal sagen, ob sich die­se Stu­fen auch noch bei der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung unter­schei­den las­sen, und wel­che Stu­fen von wel­chen Men­schen erreicht wer­den. Erst recht ist noch offen, ob die ver­schie­de­nen Ent­wick­lungs­stu­fen auch hand­lungs­wirk­sam wer­den. Kohl­berg und Tapp mei­nen wohl, dass die wenigs­ten Men­schen die letz­te Ent­wick­lungs­stu­fe errei­chen.

Die wich­tigs­te Kri­tik stammt von Gil­ligan. Sie hält den Unter­su­chun­gen von Pia­get, und Kohl­berg vor, sie wie­sen, schon von der Aus­wahl der Pro­ban­den her, einen männ­li­chen Bias auf und ver­deck­ten die Tat­sa­che, dass Frau­en ein ande­res Moral- und Rechts­be­wusst­sein hät­ten als Män­ner. Frau­en däch­ten nicht wie Män­ner in Prin­zi­pi­en son­dern in Bezie­hun­gen; ihre Ethik sei kei­ne Gerech­tig­keits­ethik, son­dern eine Ethik der Anteil­nah­me, Zuwen­dung und Für­sor­ge. Anstatt Rechts­an­sprü­che gegen­ein­an­der abzu­wä­gen, woll­ten sie vor allem ver­mei­den, ande­re zu ver­let­zen und Bin­dun­gen zu zer­stö­ren. Schon die KOL-For­schung (§ 32) hat­te dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Frau­en über gerin­ge­re Rechts­kennt­nis­se als Män­ner ver­füg­ten und auch weni­ger Inters­se für recht­li­che Zusam­men­hän­ge zeig­ten.[2] Ob Frau­en ins­ge­samt »kon­for­mis­ti­scher, mora­li­scher und emo­tio­na­ler« ein­ge­stellt sind als Män­ner, ist umstrit­ten.[3] Auf der Grund­la­ge von Inter­views hat Laut­mann die frau­en­ty­pi­sche Ein­stel­lung zum Recht als nega­ti­ves Rechts­be­wusst­sein gekenn­zeich­net.[4] Er kommt zu dem Ergeb­nis, dass die Fra­ge nach dem Recht bei vie­len Frau­en beton­te Distanz aus­löst. Sie geben unum­wun­den zu, dass sie sich im Recht nicht aus­ken­nen und dass sie des­halb auch kein Inter­es­se am Recht haben. Den Sinn­ge­halt des Rechts deu­ten Frau­en weni­ger im Sin­ne der tra­di­tio­nel­len Vor­stel­lun­gen von Gewal­ten­tei­lung, Regel­haf­tig­keit und Legi­ti­mi­tät als viel­mehr im Sin­ne einer Sen­si­bi­li­sie­rung für sozia­le Män­gel­la­gen und Bedürf­nis­se. Ihnen fehlt jedoch die Bereit­schaft, das Recht auch kämp­fe­risch in Anspruch zu neh­men. Ihr Anspruchs­be­wusst­sein scheint weni­ger aus­ge­bil­det zu sein als das der Män­ner.

Das Buch von Carol Gil­ligan, das an Pia­get und Kohl­berg anschließt, ist zu einem wich­ti­gen Pfei­ler des Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus gewor­den. Des­halb neh­me ich anschlie­ßend einen Abschnitt vor­weg, der für § 59 II vor­ge­se­hen ist.

III. Differenzfeminismus als Sackgasse?

Lite­ra­tur: Eli­sa­beth Bad­in­ter, Der Kon­flikt. Die Frau und die Mut­ter, 2010 [Le con­flit, 2010]; Eli­sa­beth Beck-Gerns­heim/I­lo­na Ost­ner, Frau­en ver­än­dern — Beru­fe nicht? Ein theo­re­ti­scher Ansatz zur Pro­ble­ma­tik von »Frau und Beruf«, Sozia­le Welt 29, 1978, 257–287; Mary Bra­beck, Moral Judgment. Theo­ry and Rese­arch on Dif­fe­ren­ces bet­ween Males and Fema­les, Deve­lop­men­tal Review 3, 1983, 274–291;Andrea Büchler/Michelle Cot­tier, Legal Gen­der Stu­dies, eine kom­men­tier­te Quel­len­samm­lung, 2012;, Kapi­tel III: Dif­fe­renz  Ingrid Gals­ter, Fran­zö­si­scher Femi­nis­mus. Zum Ver­hält­nis von Ega­li­tät und Dif­fe­renz, in: Ruth Becker/Beate Kor­ten­diek (Hg.), Hand­buch Frau­en- und Geschlech­ter­for­schung, 2008, 45–51¸ Luce Iri­ga­ray, Spe­cu­lum. Spie­gel des ande­ren Geschlechts, 1980 [Spe­cu­lum de l’autre femme, 1974]; Mary Jean­ne Lar­ra­bee (Hg.), An Ethic of Care, 1992; Ilo­na Ost­ner, »Weib­li­ches Arbeits­ver­mö­gen« und sozia­le Dif­fe­ren­zie­rung, Levia­than 19, 1991, 192–217; Sabi­ne Pem­sel-Mai­er, Von den Anfän­gen des Femi­nis­mus zur Gen­der- For­schung: Sta­tio­nen und Ent­wick­lun­gen, in: die., (Hg.), Blick­punkt Gen­der, 2013, 13–20; Clau­dia Wies­ner, Gen­der in der Ver­glei­chen­den Poli­tik­wis­sen­schaft, in: Hand­buch Ver­glei­chen­de Poli­tik­wis­sen­schaft, 2016, 209–220.

Wenn man den für das Recht rele­van­ten rea­len Unter­schied zwi­schen Mann und Frau mini­miert, indem man den bio­lo­gi­schen Unter­schied als uner­heb­lich ansieht, ent­steht das »femi­nis­ti­sche Dilem­ma«: Wer oder was ist die Frau, für die der Femi­nis­mus sich stark macht? Ver­zich­tet man auf eine Wesens­de­fi­ni­ti­on, so gibt es kei­ne spe­zi­fi­sche weib­li­che Per­spek­ti­ve, son­dern nur die Fra­ge, ob und wie die Rechts­si­tua­ti­on von Frau­en hin­ter der (eman­zi­pa­to­ri­schen) Gleich­heits­for­de­rung zurück­bleibt.

Der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus (kul­tu­rel­ler oder rela­tio­na­ler Femi­nis­mus) bil­det die Umkeh­rung der über Jahr­hun­der­te wie selbst­ver­ständ­lich ver­brei­te­ten Auf­fas­sung, die Frau­en als dem »schwä­che­ren Geschlecht« bestimm­te männ­li­che Eigen­schaf­ten absprach und ande­re zuschrieb mit der Fol­ge, das Frau­en auf bestimm­te »frau­en­ty­pi­sche« Rol­len fest­ge­legt und von ande­ren Rol­len und Rech­ten aus­ge­schlos­sen wur­den. Der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus besteht auf anthro­po­lo­gi­schen Unter­schie­den zwi­schen Mann und Frau, beschreibt die­se aber nicht bloß nega­tiv.

Die Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Luce Iri­ga­ray mach­te gel­tend, dass der his­to­risch von Män­nern beherr­sche »phal­lo­lo­gi­sche« Dis­kurs der Frau kei­nen eige­nen Platz gelas­sen habe, so dass sie sich die­sen Platz erst erobern müs­se. (näher Ger­burg Treusch-Die­ter, Luce Iri­ga­ray: Spe­cu­lum. Spie­gel des ande­ren Geschlechts, in Löw/Mathes, Hg., Schlüs­sel­wer­ke der Geschlech­ter­for­schung, 72–96). Eine prak­ti­sche Fol­ge war die Sepa­rie­rung von Frau­en in »eige­nen Räu­men«, Frau­en­grup­pen, Frau­chen­buch­lä­den, Frau­en­ca­fés usw. oder der Ruf nach Gynä­ko­lo­gin­nen und Kin­der­ärz­tin­nen.

Aus­ge­hend von der weib­li­chen Kör­per­lich­keit und der mit ihr ver­bun­de­nen Gebär­fä­hig­keit betont der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus die posi­ti­ven Qua­li­tä­ten »weib­li­chen« Sozi­al­ver­hal­tens wie Empa­thie, Intui­ti­on und ganz­heit­li­che Wahr­neh­mung. Grund­le­gend war etwa Carol Gil­ligans 1982 erschie­ne­nes Buch »In a Dif­fent Voice«. Es beschreibt Frau­en, wenn nicht gleich als mora­lisch über­le­gen, so doch als für­sorg­li­cher und gemein­schafts­ori­en­tier­ter. Das femi­ni­ne Wer­te­pro­fil soll sich etwa in einer »Ethik der Für­sor­ge« ver­wirk­li­chen. Dar­an schließt sich die Behaup­tung, dass Frau­en in der Män­ner­ge­sell­schaft kei­nen ange­mes­se­nen Raum fin­den, um ihr »weib­li­ches Arbeits­ver­mö­gen« (Ost­ner) zu ent­fal­ten. Die­ser Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus hat sich inso­fern als Sack­gas­se erwie­sen, als das, was am Ende noch wahr­ge­nom­men wur­de, eine Fest­le­gung der Frau­en auf typi­sche Frau­en­be­ru­fe in Pfle­ge und Erzie­hung war.

Der Öko-Femi­nis­mus geht von einer beson­de­ren Natur­ver­bun­den­heit von Frau­en aus, der mit ihrer Fähig­keit zum Gebä­ren und näh­ren begrün­det wird. Er betont u. a. eine beson­de­re Mut­ter-Kind-Bin­dung, die schon in der Schwan­ger­schaft ent­ste­hen und durch das Stil­len ver­stärkt wer­den soll. Dar­an schließt ich die For­de­rung, den Müt­tern im eige­nen Inter­es­se und auch im Inter­es­se des Kin­des einen Raum zur Pfle­ge die­ser Bezie­hung zu gewäh­ren. Dage­gen hat sich pole­misch die fran­zö­si­sche Femi­nis­tin Eli­sa­beth Bad­in­ter gestellt. Mut­ter­schaft sei nur eine nur eine vor­über­ge­hen­de Begleit­erschei­nung im Leben der Frau, nicht aber Dreh- und Angel­punkt der weib­li­chen Iden­ti­tät. Bad­in­ter wen­det sich gegen einen neu­en Natu­ra­lis­mus, der sich etwa in dem Druck von Ärz­ten und Heb­am­men zei­ge, mög­lichst lan­ge zu stil­len (»Milch­ter­ror«). Gegen dar­aus resul­tie­ren­de Schuld­ge­füh­le erin­nert Bad­in­ter dar­an, dass in fran­zö­si­schen Adels­krei­sen und im 19. Jahr­hun­dert auch im Groß­bür­ger­tum Müt­ter ihre Kin­der auf Distanz gehal­ten hät­ten und Frem­derzie­hung nor­mal gewe­sen sei. Für Bad­in­ter gilt es, »die Weib­lich­keit neu (zu) defi­nie­ren und die Frau neu (zu) erfin­den«.

Es trifft wohl zu, wenn Bad­in­ter meint, die Mut­ter­rol­le neh­me höchs­tens 15 Jah­re des Lebens ein; es sei kurz­sich­tig, das gesam­te Lebens­schick­sal dar­auf aus­zu­rich­ten. Doch der Femi­nis­mus bie­tet sei­ner Kli­en­tel letzt­lich kein ande­res Rol­len­bild an als das einer män­ner­glei­chen Selbst­ver­wirk­li­chung im Beruf. Poli­ti­sche Bemü­hun­gen, Frau­en inso­weit jeden­falls eine Wahl­mög­lich­keit zu geben, wer­den sogleich ins Abseits gestellt. Bad­in­ter schließt ihren Essay mit dem Satz: »Ich sage nicht, dass Nicht-Stil­len ein Sieg für die Frau­en ist. Was in mei­nen Augen zählt, ist die Ent­schei­dungs­frei­heit.« Genau die­se Frei­heit wird jedoch unter­lau­fen. Mit den Vor­keh­run­gen zur außer­häus­li­chen Kin­der­er­zie­hung ist ein Druck ver­bun­den, davon Gebrauch zu machen, der das viel dis­ku­tier­te Nud­ging als Kin­der­spiel erschei­nen lässt.

Der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus lebt impli­zit in der empi­ri­schen Sozi­al­for­schung fort, die über­all nach Unter­schie­den zwi­schen Män­nern und Frau­en sucht. Die Suche drängt sich auf, weil vie­le Sta­tis­ti­ken die Pro­ban­den nach Geschlecht dif­fe­ren­zie­ren. Ein Lieb­lings­the­ma der Rechts­so­zio­lo­gie ist die Fra­ge, ob Frau­en als Rich­ter anders ent­schei­den als Män­ner.[5]

Als theo­re­ti­sche Posi­ti­on ist der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus ver­schwun­den. Der Ver­such ist wohl geschei­tert, weil mög­li­che Dif­fe­ren­zen ihrer­seits als patri­ar­cha­lisch indu­ziert ver­wor­fen wur­den. Maß­geb­lich ist zur­zeit ein mater­na­lis­ti­scher Gleich­heits­fe­mi­nis­mus, der mit einem nega­ti­ven Opfer­ste­reo­typ arbei­tet. Aber der Dif­fe­renz­fe­mi­nis­mus hin­ter­lässt eine Lücke. Die Fra­ge nach dem Leit­bild der Frau, wel­ches das Maß für die Gleich­heit abge­ben könn­te, ist offen. Soweit ich die femi­nis­ti­sche Lite­ra­tur ken­ne, zeich­net sie kein posi­ti­ves Leit­bild, an dem Frau­en ihre Wah­len ori­en­tie­ren könn­ten. Die Wunschiden­ti­tät der Frau­en scheint männ­lich zu sein. Die Iro­nie der Geschich­te liegt dar­in, dass den Män­nern, nach­dem das Mehr an Mus­kel­mas­se und ihre von Schwan­ger­schaf­ten unbe­schwer­te Arbeits­be­reit­schaft irrele­vant gewor­den sind, ihre Iden­ti­tät ver­lo­ren zu gehen droht.

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[1] Mit den Arbei­ten Kohl­bergs setz­ten sich kri­tisch aus­ein­an­der: Det­lef Garz, Struk­tur­ge­ne­se und Moral, 1984; Ulf Pelt­zer, Law­rence Kohl­bergs Theo­rie des mora­li­schen Urtei­lens, 1986. Heu­te ist man der Ansicht, dass Kin­der schon frü­her als Pia­get und Kohl­berg annah­men, in der Lage sind, zwi­schen Kon­ven­tio­nen und Natur­ge­set­zen zu unter­schei­den. Pia­get und Kohl­berg hat­ten sich zu sehr auf eine Befra­gung von Kin­dern ver­las­sen und dabei über­se­hen, dass Kin­der die Unter­schei­dung ver­ste­hen, bevor sie die­se im Alter von im Alter von sechs bis sie­ben Jah­ren ver­ba­li­sie­ren kön­nen (Han­nes Rakoc­zy, Taking fic­tion serious­ly: Young child­ren under­stand the nor­ma­ti­ve struc­tu­re of joint pre­tence games. Deve­lop­men­tal Psy­cho­lo­gy 44, 2008, 1195–1201; Susan A. Gelman/Charles W. Kalish, Con­cep­tu­al Deve­lop­ment, in: Wil­liam Damon/Richard M. Ler­ner (Hg.), Child and Ado­lescent Deve­lop­ment, 2008, 298–321

[2] Berl Kut­schin­sky, Law and Edu­ca­ti­on: Some Aspec­ts of Skan­di­na­vi­an Stu­dies into »The Gene­ral Sen­se of Jus­ti­ce«, Acta Socio­lo­gi­ca 10, 1966, 21–41, 37.

[3] Vgl. § 32 bei Anmer­kung 7.

[4] Rüdi­ger Laut­mann, Nega­ti­ves Rechts­be­wußt­sein, ZfRSoz 1, 1980, 165–208.

[5] Inso­weit kri­tisch Sal­ly Jane Ken­ney, Gen­der and Jus­ti­ce, Why Women in the Judi­cia­ry Real­ly Mat­ter, New York, NY 2012.

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